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S C H U L E

   
Schulen wurden überwiegend von Kindern aus der Oberschicht besucht, aber auch Kinder aus einfachen Familien hatten die Möglichkeit in einer Schule lesen und schreiben zu lernen, sofern sie eine Begabung dafür aufweisen konnten.
Die Väter der Oberschichtfamilien waren meist Schreiber, die ihre Söhne auf eine Schule schickten, damit diese dort ebenfalls den Beruf des Schreibers erlernten, da das Schreiben die Grundvoraussetzung dafür war, Karriere zu machen und in der oberen Bevölkerungsschicht akzeptiert zu werden. Nur circa drei bis vier Prozent der Bevölkerung des Alten Ägypten konnten lesen und schreiben. Die lese- und schreibbefähigten Menschen waren Beamte, Priester, Gelehrte, Berufsschreiber und hochqualifizierte Handwerker, die im Palast oder in den Tempeln arbeiteten.
Die Kinder wurden in der Regel im Alter von fünf Jahren eingeschult und besuchten die Schule durchschnittlich zehn Jahre lang.
Zuerst lernten die Schüler lesen und schreiben. Unterrichtsgegenstand war sowohl die hieratische Schrift, die im Alltag gebraucht wurde, als auch die Hieroglyphen. Geschrieben wurde auf dem billigsten zur Verfügung stehenden Material, Keramikscheiben oder Kalksteinsplitter, die Ostraka genannt wurden.
Holztafeln, die mit einer weißen Stuckschicht überzogen waren, standen den Schülern ebenfalls für Schreibübungen zur Verfügung.
Auf Papyri wurde nur sehr selten geschrieben.
Die Schulübungen bestanden aus dem Abschreiben ganzer Texte, wodurch die Schüler gleichzeitig gesellschaftliche Werte vermittelt bekamen, aber auch Grammatik- und Stilübungen waren Bestandteil des Unterrichts.
Neben dem Lese- und Schreibunterricht, hatten die Schüler auch Geographie-, Kunst-, Literatur-, Sport- und Mathematikunterricht. Der Mathematikunterricht beschränkte sich auf einfache Algebra-Aufgaben, da Schreiber als Verwaltungsbeamte lediglich Flächenberechnungen und das Zählen von Vieh oder Vermögen beherrschen mussten.
Religionsunterricht war nur in den Tempelschulen Bestandteil des Schulalltags.
Die Schulung von gutem Benehmen und das Erlernen von Umgangsformen waren im Unterricht stets mitinbegriffen.
Der Unterricht fand den halben Tag lang statt und die Lehrer bestraften Ungehorsam mit Schlägen.
Die Lehrer selbst waren pädagogisch begabte oder erfahrene Schreiberbeamte, die für die Ausbildung des Nachwuchses in ihrem Gebiet beauftragt worden waren.
Die Schreiberbeamten waren dadurch jedoch nicht von ihrer Verwaltungstätigkeit befreit. Ausgebildete Pädagogen, wie wir sie heute kennen, gab es im Alten Ägypten nicht.
   

 

 

 
     

 

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